25. November 2020

Annas Gartentagebuch - Abschied vom blühenden Garten

Im Herbst müssen wir unseren Garten loslassen. Da liegt überall braunes Laub herum, ...

Liebe Gartenfreundinnen und liebe Gartenfreunde !

Im Herbst müssen wir unseren Garten loslassen. Da liegt überall braunes Laub herum, die Funkien sind nur mehr Matsch, die zackig schön geformten Blätter der Strauchpfingstrose sind voll schwarzer Flecken, die normale Pfingstrose ist nur mehr schwarzbraun und die Dahlien sind trotz der noch nicht Nullgrade grauslich anzusehen.

So schaut es aus, wenn wir nicht schon vorher das Grüne aber Verblühte  abgeschnitten und bereits Anfang bis Mitte Oktober alles picobello mit Häckselgut, Kompost, Rindenmulch etc. abgedeckt haben. So ein „gepflegter“ Garten, ohne ein welkes Blatt auf dem Rasen, nur akkurate Koniferen und zugestutzte Sträucher, ergibt ein ruhiges Bild fürs Auge und ist auch im Herbst schön ausschauen.

Ich aber, meine Lieben, ich bin nicht so ein großer Fan des früh „sauber gepflegten“ Gartens. Ich liebe es, auf meiner Wiese im Obstgarten durch das herumliegende Laub zu stapfen, die letzten rosa und gelben Knospen zwischen den braungesprenkelten  Rosenblättern zu beobachten – öffnen sie sich noch? – und vom Fenster aus diese Vielfalt von Herbstfarben zu bewundern. Die Berberitze ist noch voll roter kleiner Blätter, der rote Ahornstrauch dagegen hat kein einziges mehr, die Lavendelbüsche sind silbriggrau so wie die das Jahr über blaue,  wirr überhängende Perovskia (Blauraute) und auch die Blüten des Mönchspfeffers sind jetzt grau. Der panaschierte Spindelstrauch  trägt heuer viele rote Beeren, die gänzend blättrige Mahonie wächst aus allen Ritzen der Mauer, der Judasbaum lässt seine herzförmigen Blätter noch nicht los und dahinter schmückt sich die Sternmagnolie bereits mit den dicken Knospen, die das zeitige Frühjahr mit weißen Blüten erhellen.

Irgendwann in den nächsten Novembertagen werde auch ich meinen Garten für den Winter vorbereiten. Ich werde um die Baumscheiben das Laub anhäufeln, evtl. auch mit dem Rasenmäher noch einmal über die Wiese drüberfahren, die abgeschnittenen Sträucherzweige, Laub und Gemüseabfall kompostieren und die Rosen anhäufeln. Die guten Tipps kriegen wir zuhauf vom liebvertraute Ploberger, dem Gartenveteran Starkl, den Büchern, Zeitschriften und Gartensendungen im Fernsehen.

Draußen ist es nasskalt, seit Tagen Inversionswetter, auf den Bergen ist es sonnig, im Tal neblig. Herbst eben. Wie gut, dass es diesen Wechsel der Jahreszeiten gibt. Wie die Natur, so möchte auch ich mich ausruhen.

Ich gehe die Arbeiten im Garten ohne Stress an. Dort und da grab ich noch ein paar Tulpen- und Narzissenzwiebel ein und rette noch eine Gladiolenzwiebel vor dem Frost. In der Feuerschale entzünde ich ein Feuerchen und röste darüber Maroni. In der Laterne vor dem Haus brennt eine Kerze. Es wird schon früh finster. Da freu ich mich über ein freundliches helles Flackern. 

Ich wünsche Euch einen schönen Spätherbst und einen tollen Start ind ie Weihnachtszeit!

Eure Gartenfreundin Anna


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