08. Juli 2020

Annas Gartentagebuch - Wunderkraut Brennnessel

und ein Rezept für den Wiesendudler!

Wunderkraut Brennnessel und ein Rezept für den Wiesendudler

Im Garten wächst nun  alles – die Bohnen schießen die Stangen entlang, die Rosen blühen und das Unkraut macht sich breit. Gerade noch gejätet, ist es wieder da. Ich bin ihm inzwischen beinahe hold – fast jedes Kraut ist für was gut. Der Giersch zum Beispiel (wir nennen ihn Krahhaxn, wegen der Verwurzelungen wahrscheinlich), oder die Vogelmiere, die Gundelrebe, die überall hineinkriecht, der Löwenzahn – oh wie lästig, aber auch wie gesund!  Die Liste der gesunden „Un“kräuter ist lang. 

Ich lasse inzwischen sogar Brennnessel-Inseln stehen – weil ich diese immer wieder für das Ansetzen von Brennnessel-Jauche brauche. Das ist nicht schwierig, wer dies nicht kennt, sollte im Internet nachlesen, da steht es genau. Anwendung als Düngebeigabe beim Gießen und in der Sprühflasche gegen Blattläuse.

Da ich überzeugt bin von der Wirkung der brennenden Wunderpflanze, habe ich mehr über das Thema gelesen  und möchte euch hier eine ganz kurze Zusammenfassung geben.

Die Brennnessel ist als Lebensmittel auch ein köstliches Heil- und Gewürzkraut. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass sie bei  Arthrose, Arthritis, Prostata- und Blasenbeschwerden positiv angewendet werden kann. Nicht umsonst wird sie in der Volksmedizin für Teekuren zur Entgiftung des Körpers bei Frühjahrskuren genommen. Den Tee kann man bei Hautproblemen zusätzlich auch äußerlich anwenden. Wichtig für  Frühjahrsmüde: Die Brennnessel pflegt Leber und Galle und enthält – je nach Wuchsort - dreimal so viel Eisen wie Spinat oder ein Rindersteak. 

Eine Kräuterfee hat am Sonntag im Fernsehen gezeigt, wie sie mit einem Keramikmesser kleingeschnittene Brennnesseln mit viel Salz mörsert, dies dann 2-3 Tage auf Tellern trocknet und abfüllt. Brennnesselsalz hält sich länger als ein Jahr.

Was kann ich mit der Brennnessel im Garten, in der Küche und für meinen Körper anfangen:

  1. Ich schneide einige Büschel davon ab und tauche sie für  2-3 Wochen in einen Kübel mit Regenwasser, zudecken nicht vergessen, und verwende diese Jauche als Beigabe im Gießwasser für das Düngen meiner Rosen und anderen Pflanzen. Inzwischen habe ich erfahren, dass man auch mit fertigem Kompost eine solche Jauche ansetzen kann (beinahe hätte ich „Jause“ geschrieben, was gar nicht so falsch wäre, da auch dieser Sud ein idealer Naturdünger für alle unsere Gartenlieblinge ist). 
  2. Ich verwende den Brennnesselsud abgeseiht in der Sprühflasche als Mittel gegen Blattläuse oder einfach nur zur Stärkung von Pflanzenteilen gegen Schädlinge
  3. Ich verwende die Blätter der Brennnessel als Mulchdecke im Garten und zum Kompostieren. Beim Zersetzen gehen die wertvollen Inhaltsstoffe in die Erde.
  4. Ich koche aus den heiß abgebrühten Brennnesselblättern einen köstlichen Spinat.
  5. Ich bereite aus frischen oder getrockneten Blättern Brennnesselsalz zu.
  6. Ich trockne die Blätter und verwende sie für den Tee (es funktioniert auch mit frischen Blättern),  der blutreinigende Wirkung hat und bei rheumatischen Beschwerden und Harninfektionen hilft.
  7. Ich trockene die Samen der Brennnessel und verwende sie als Superfood, indem ich sie aufs Butterbrot oder in den Salat streue
  8. Ich lasse Brennnessel-Inseln im Garten stehen, weil ich den Schmetterlingen eine Chance geben möchte, sich zu vermehren. Die schwarzen Raupen des Tagpfauenauges ernähren sich von diesen Blättern.

Wie dies alles genau funktioniert, könnt Ihr im Internet oder in Büchern und Gartenzeitschriften bestens nachlesen. 

Als köstliche alkoholfreie Unkrautbowle möchte ich euch noch ein Rezept für einen Wiesendudler aufschreiben. Wir haben ihn in unserem Kneipp Aktiv Club beim Stressfreien Kochen ausprobiert und er wird eure Parties in ein grünes Licht tauchen:

Rezept für den Wiesendudler:

  • 1 Liter Apfelsaft
  • 15 Zweige Giersch
  • 3 Zweige Gundelrebe
  • 3 Zweige Minze
  • 1 Bio-Zitrone

Zubereitung: Die Kräuter waschen, die Zitrone in Scheiben schneiden und im Apfelsaft über Nacht ansetzen. 

Am nächsten Tag die Kräuter entfernen und mit 1 Liter Mineral aufgießen. 

 

Ich wünsche euch einen schönen Start in den Sommer, genießt die langen Tage!

Eure Gartenfreundin Anna


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